Ein eReader ist das seltene Gerät, das kaum veraltet. Es zeigt Text auf elektronischem Papier an, hält wochenlang ohne Steckdose durch und bekommt von Jahr zu Jahr vor allem feinere Displays und etwas mehr Speicher. Ein Modell von vor vier Jahren macht deshalb exakt dasselbe wie eines von heute, nur mit ein paar Millisekunden mehr Bedenkzeit beim Umblättern.
Gerade deshalb ist das die Kategorie, in der ein generalüberholtes Gerät am wenigsten Kompromiss bedeutet. Was zählt, ist nicht das Baujahr, sondern drei Dinge: wie fein das Display auflöst, wie das Licht sich regeln lässt und ob das Gerät in die Badewanne darf. Alles andere ist über die Jahre gleich geblieben, und das merkt man dem Gebrauchtmarkt an.
Tolino oder Kindle, die Entscheidung dahinter
Die Hardware trennt die beiden Welten kaum. Was sie trennt, ist der Laden dahinter. Tolino-Geräte kaufen bei deutschen Buchhandlungen ein und öffnen EPUB-Dateien direkt, also auch alles, was aus einer Onleihe der Stadtbibliothek kommt. Kindle-Geräte hängen an Amazon und nutzen ein eigenes Format.
Wer regelmäßig die Bibliothek nutzt, landet fast zwangsläufig bei Tolino. Wer ohnehin bei Amazon kauft, hat beim Kindle den kürzeren Weg. Beide Familien stehen im Angebot für eBook Reader nebeneinander, und der Preisunterschied zwischen den Generationen ist größer als der zwischen den Marken.
Fünf Geräte und was sie auszeichnet
Tolino Shine 3
- Display: 6 Zoll, für ein Taschenbuchformat ausgelegt
- Licht: regelbar, ohne Farbtemperaturanpassung
- Wasserschutz: ja
Der Einstieg, der nichts falsch macht. Klein genug für die Jackentasche, hell genug für draußen, und wasserfest genug für die Wanne. Wer einfach nur lesen will, braucht nichts darüber hinaus.
Tolino Vision 6
- Display: 7 Zoll, deutlich mehr Text pro Seite
- Licht: regelbar inklusive Farbtemperatur für den Abend
- Wasserschutz: ja
Der Sprung, den man abends merkt. Das wärmere Licht macht längere Lesezeiten angenehmer, und das größere Display bedeutet weniger Umblättern. Für Vielleser die ausgewogenste Wahl dieser Liste.
Tolino Epos 3
- Display: 8 Zoll, fast schon Hardcover-Format
- Licht: regelbar inklusive Farbtemperatur
- Wasserschutz: ja
Das Gerät für Sachbücher, Fußnoten und alles, wo Tabellen oder Abbildungen vorkommen. In der Jackentasche wird es unbequem, auf dem Sofa ist es das angenehmste Lesegerät hier.
Amazon Kindle Paperwhite Signature, 12. Generation
- Display: 7 Zoll, sehr feine Auflösung
- Licht: regelbar inklusive Farbtemperatur
- Wasserschutz: ja
Das aktuelle Arbeitstier aus dem Kindle-Lager. Schnelles Umblättern, großer Speicher und ein Display, dem man die Pixel nicht mehr ansieht. Wer im Amazon-Ökosystem liest, findet hier die geringste Reibung.
Amazon Kindle Oasis 3
- Display: 7 Zoll, mit asymmetrischem Gehäuse
- Licht: regelbar inklusive Farbtemperatur
- Wasserschutz: ja
Das einzige Gerät dieser Auswahl mit physischen Blättertasten und einer Griffkante, die das Halten mit einer Hand erleichtert. Nicht mehr neu erhältlich, gebraucht aber weiterhin die bequemste Bauform für lange Abende.
Speicher, Formate und die Onleihe
Acht Gigabyte fassen je nach Format mehrere tausend Bücher, was für reine Textromane bedeutet: Der Speicher läuft nie voll. Relevant wird er erst bei Hörbüchern oder bei Sachbüchern mit vielen Abbildungen, und dann ziemlich schnell.
Wichtiger ist, welche Dateien das Gerät direkt öffnet. EPUB ist das offene Format, mit dem Bibliotheken und die meisten Buchhandlungen arbeiten; es lässt sich auf Tolino-Geräten ohne Umweg laden. Beim Kindle führt der Weg über die Konvertierung, was funktioniert, aber einen Schritt mehr bedeutet. Wer sich das Ausleihen offenhalten will, sollte das vor dem Kauf im Sortiment der Lesegeräte berücksichtigen.
Was du nach dem Auspacken prüfst
Schalte das Licht auf die höchste Stufe und sieh dir die Fläche auf einer weißen Seite an: Leichte Helligkeitsunterschiede an den Rändern sind bauartbedingt normal, deutliche Flecken nicht. Blättere danach zehn Seiten am Stück, um ein hängendes Display auszuschließen. Beides zusammen dauert keine zwei Minuten und deckt die einzigen beiden Fehlerbilder ab, die bei einem Lesegerät überhaupt vorkommen.
Der Akku ist auch bei älteren Geräten selten das Problem, weil ein eReader im Betrieb kaum Strom zieht. Eine geprüfte Gerätebeschreibung weist die Speichergröße mit aus, und die ist der Wert, der sich später nicht ändern lässt.
Fazit
Am Ende zählt der Laden hinter dem Lesegerät, nicht die Hardware davor; bei einem Modell, das zu Hause bleibt, darf das Display größer ausfallen. Die Speicherkapazität ist der einzige Wert, den du später nicht mehr korrigieren kannst, und rebuy weist sie pro Angebot aus. Stille Leseabende sind ein eigenes Thema bei damenmoda.
